Unser Framework
Dies ist das Framework für Konsens, Sicherheit und gegenseitige Rücksichtnahme für die Räume, die wir zusammen gestalten wollen. Ziel dieses Frameworks ist es, einen Rahmen abzustecken, innerhalb dessen wir uns gemeinsam bewegen können. Gleichzeitig soll es auch dabei helfen, einzuschätzen, ob diese Räume für euch geeignet sind.
Es geht hierbei nicht darum zu urteilen, ob einzelne Personen einen Safe(r) Space "verdient" haben. Ich finde, dass jede:r es verdient, Räume für sich zu finden, in denen mensch sich frei und sicher entfalten kann. Ziel ist es stattdessen, aktiv dazu beizutragen, diesen Raum auch für andere zu schaffen und zu erhalten.
Dieses Framework ist mein Zwischenstand nach Jahren der Communityarbeit, vielen Diskursen rund um intersektionale Themen sowie intensiver Auseinandersetzung mit immer wieder aufkommenden Szenekonflikten. Es ist nicht als abschließendes, starres Regelwerk konzipiert, sondern als Konzept, das auch weiterhin stetig reflektiert und weiterentwickelt wird.
Last Update: 09.09.2026
Safer Space
Wir wollen zusammen einen Safer Space schaffen und nehmen Rücksicht aufeinander. Wir wollen insbesondere FLINTA* und neuroqueeren Menschen einen Raum bieten, in dem sie sich wohl fühlen. Transphobie, Sexismus, Rassismus, angestaubte Rollenbilder, Ableismus, Kinkshaming und Bodyshaming sind in unserer Gesellschaft allgegenwärtig und werden somit auch unbewusst in unsere Räume getragen. Wir wollen uns dies bewusst machen, dem so gut es uns möglich ist aktiv entgegentreten und dies stetig reflektieren.
Konsens
Informierter Konsens ist der Grundpfeiler jeglicher Interaktion. Nur ein „Ja“ heißt auch „Ja“. Ein „hmm, ich weiß nicht recht“ ist keine Zustimmung. Lieber einmal zu viel fragen als einmal zu wenig. Wir sind uns bewusst, dass unterschiedliche Machtdynamiken oftmals bereits vor Konsensgesprächen bestehen können (Workshopleitung, Orgapositionen, Szene-Bekanntheitsgrad, Erfahrungslevel, …).
Grenzen & Kommunikation
Wir kommunizieren offen und respektieren Grenzen. Wahrgenommene Unsicherheiten, Bedenken oder Unbehagen sind immer valide, auch wenn diese auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar erscheinen oder erst im Nachhinein realisiert werden.
Risikobewusstsein
Agiert risikobewusst. Seil beinhaltet Risiken. Allgemeine Sport-, aber auch seilspezifische wie insbesondere Nervenrisiken. Klärt andere proaktiv auf, wenn euer Kenntnisstand den eures Gegenübers übersteigt. Fesselt nicht einfach so über eurem Skilllevel. Wenn ihr selbst unsicher seid, informiert euch bitte und/oder fragt nach. Kommuniziert Einschränkungen ehrlich.
Verantwortungsgefälle
Erfahrenere Personen tragen deutlich größere Verantwortung. Je unterschiedlicher die Erfahrungslevel aller involvierten Personen, desto größer das Verantwortungsgefälle. Erfahrene sind bei Interaktionen mit Neuen dafür verantwortlich, dass diese Risiken verstehen und einschätzen können. Anfänger:innen ohne Seilerfahrung in halbstündige TK-Suspensions zu hängen, mit Halsseilen zu konfrontieren oder anderweitig zu Dingen außerhalb deren Einschätzungsfähigkeit zu überreden, zeugt nicht von Verantwortungsbewusstsein.
Raum geben
Respektiert den gemeinsamen Raum und die persönlichen Räume anderer. Und wenn die Session der anderen noch so schön aussieht – sagt es ihnen danach! Auch Self-Tying lässt Menschys in Spaces abtauchen. Beachtet bitte, dass Space Holder oder Spottermenschys jederzeit in Sessions eingreifen dürfen, wenn dies aus Sicherheitsgründen angemessen scheint. Sollte euch etwas komisch vorkommen, wendet euch bitte an diese.
Feedback & Fehler
Wir pflegen eine offene Feedback- und Fehlerkultur. Rückmeldungen jeglicher Art sind jederzeit gerne gesehen. Auch, wenn Veranstaltungen oder Situationen schon länger her sind – manchmal braucht man Zeit, um Gedanken zu ordnen.
Aufnahmen
Aufnahmen jeglicher Art (Fotos, Video, Audio) sind nur mit Zustimmung aller enthaltenen Personen erlaubt. Kein "aber ich mache euch doch später unkenntlich". Bitte fragt vorher / warnt ggf. umstehende Personen vor.
Menschlichkeit
Wir sind alle nur Menschen. Auch, wenn wir uns alle Mühe der Welt geben: Shit happens und auch Missverständnisse kommen ab und an auf. Aber wir übernehmen Verantwortung und arbeiten kontinuierlich an uns. Allen schönen Worten zum Trotz kochen wir auch nur mit Wasser.